DIOS-Operationstrakt

Sterilitätssystem

Wenn ein Risiko physisch nicht vorhanden ist, kann es nicht eintreten. Der DATUS-Ansatz zur Infektionskontrolle setzt an der Infrastruktur selbst an — nicht an Verhaltensprotokollen. Die Keimbarriere ist in das Design des Raums integriert, nicht von seiner korrekten Anwendung abhängig.

Ausgangslage

Chirurgische Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) gehören zu den häufigsten und kostenintensivsten Komplikationen im perioperativen Bereich. Multiresistente Organismen nehmen in Krankenhausumgebungen weltweit zu und verschärfen das klinische und ökonomische Problem.

Konventionelle Gegenmaßnahmen — Lüftungskonzepte nach DIN 1946-4, Handdesinfektion, Sterilisationszyklen — adressieren Symptome. Sie verändern nicht die strukturellen Bedingungen, unter denen Infektionen entstehen.

Chirurgische Wundinfektionsrate in Deutschland:

4,9%

Ohne messbare Reduktion trotz bestehender Präventionsmaßnahmen über den gesamten Beobachtungszeitraum.

(reale Versorgungsdaten, >4 Mio. Patienten, 2008–2016)

! Nosokomiale Infektionen — deren häufigste Kategorie postoperative Wundinfektionen sind — belasten das deutsche Gesundheitssystem nach Schätzungen des Deutschen Bundestages mit rund 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Systemarchitektur

SAB-Luftführungstechnologie

Die proprietäre SAB-Luftführungstechnologie erzeugt ein großflächiges, hochsteriles Operationsgebiet durch eine physikalisch kalibrierte Luftströmung. Das Prinzip basiert unter anderem auf der gezielten Beeinflussung der Ladung und Bewegungskinetik der häufigsten Pathogentypen im OP-Umfeld — nicht allein auf Volumenströmung wie klassische LAF-Systeme.

DATUS DIOS SAB SSI-Rate

0,2 - 0,5%

(orthopädische Eingriffe, mit positiver Ladungseliminierung im Operationsgebiet)

OP mit LAF-System SSI-Rate

1,2 - 1,5%

(Referenzwert konventioneller Laminar-Airflow-Systeme)

Entfernung aller Deckenpendel

Konventionelle Operationssäle sind mit einem System aus Decken- und Wandpendeln für Versorgungseinheiten, Leuchten und Monitore ausgestattet. Diese Pendel akkumulieren Pathogene und können diese auf das Operationsgebiet übertragen. Gleichzeitig behindern sie die Wirksamkeit von Luftführungssystemen. Das DIOS-System eliminiert alle Pendeltypen vollständig — durch drei parallele Maßnahmen:

Nurse adjusts surgical lighting in DATUS OR

Deckenpendel für Operationsleuchten

Ersetzt durch in die Decke integrierte robotische Leuchten, die das Operationsfeld automatisch ausrichten.
OK-pod

Periphere Raumversorgung

Geräte wie Anästhesie, kardiopulmonale Unterstützung und Dialyse erhalten ihre Versorgungsanschlüsse von unterhalb. Wandpendel in der Raumperipherie werden vollständig eliminiert.

DATUS DIOR Practicality

Pendel im tischnahen Bereich

Medizingase, Strom und Kommunikationsverbindungen werden direkt aus der OP-Tischbasis bereitgestellt. Versorgungseinheiten am Tisch entfallen.

Patiententemperatur und perioperatives Infektionsrisiko

Suboptimale Körperkerntemperatur ist ein Risikofaktor für SSI. Das integrierte OP-Tischsystem verhindert intraoperative Temperaturabfälle aktiv und trägt damit zur Reduktion des perioperativen Infektionsrisikos bei — unabhängig von den Luftführungs- und Oberflächenmaßnahmen.

Such- und Schleusensystem — Minimierung externer Personalbewegungen

Das RFID-gestützte Such- und Übergabesystem erlaubt die Bereitstellung und Rücknahme von Instrumenten ohne Betreten des Saals durch Außenpersonal. Jeder zusätzliche Personaleintritt in den laufenden Eingriff ist ein potenzielles Infektionseintragsereignis. Das System reduziert diese Ereignisse auf das klinisch notwendige Minimum.

Selbststerilisierende Oberflächen

Wände und Decke des DIOS-Operationssaals bestehen aus porenfreien Solid-Surface-Materialien, in die ein spezieller Wirkstoff eingearbeitet ist. Dieser verhindert das Anhaften und Überleben von Bakterien und Pilzsporen auf allen Raumoberflächen — eine passive, kontinuierliche Infektionsbarriere ohne Abhängigkeit von Reinigungsintervallen.

Totale Raumsterilisation durch Gasverfahren

Der DIOS-Operationssaal ist routinemäßig durch Einbringen eines Sterilisationsgases vollständig dekontaminierbar. Dieses Verfahren eliminiert verbleibende Oberflächenkontaminationen zuverlässig und ergänzt die passiven Barrieremaßnahmen um ein aktives Dekontaminationselement.

Automatisierte Bodenreinigung

Ein integrierter Bodenreinigungsroboter übernimmt die Saalreinigung zwischen Eingriffen automatisch. In Kombination mit den selbststerilisierenden Oberflächen entfällt die Abhängigkeit von manuellem Reinigungspersonal — und das damit verbundene Risiko der Einschleppung von Erregern.

Wirtschaftliche Wirkung

Chirurgische Wundinfektionen erzeugen direkte Kosten durch verlängerte Liegezeiten, Reoperationen, Intensivpflegeaufenthalte und erweiterte Antibiotikatherapien. Das DATUS-Sterilitätssystem adressiert diese Kostenposition direkt.

 

Die im Prototypbetrieb ermittelte Einsparung von €139.000 bis €860.000 pro OP-Saal pro Jahr — abhängig von Fallspektrum, Ausgangs-SSI-Rate und Fallkosten — ist ein eigenständiger Beitrag zum wirtschaftlichen Gesamteffekt von €3,1M pro OP-Saal pro Jahr.

* SSI-Vergleichswerte beziehen sich auf orthopädische Eingriffe mit positiver Ladungseliminierung im Operationsgebiet. Tatsächliche Ergebnisse variieren nach Eingriffskategorie, Patientenpopulation und Ausgangs-SSI-Rate des Hauses. Alle Kennzahlen stammen aus dem Prototypbetrieb (>3.000 Eingriffe) und sind anhand klinischer Fachliteratur kontextualisiert.

Mehr über DIOS

Das Sterilitätssystem ist nur eines von mehreren DIOS-Systemen.